IT.III Clients in Netzwerke einbinden: Unterschied zwischen den Versionen

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= Netzwerktechnik: Einführung =


== Das Heimnetz & Netzwerk-Topologien ==
[[Netzwerktechnik: Einführung|<span class="mw-ui-button mw-ui-progressive">⬅️ Netzwerktechnik: Einführung</span>]]
 
Wir starten dort, wo ihr bereits täglich mit Netzwerken in Berührung kommt: eurem Heimnetz. Von hier aus lernen wir die grundlegenden Bausteine und Strukturen kennen.
 
[[Datei:Topologie.png|center|500px]]
 
Themen: Netzwerkkomponenten (Router, Switch, AP), Verkabelung, Topologien (Stern, Bus, Ring, Mesh), WLAN-Grundlagen.
 
=== Zeitreise: Vom Splitter zum All-in-One-Gate ===
Was heute als »Router« in einer einzigen Box steckt, waren früher vier bis fünf separate Geräte. Ein kurzer Rückblick – und warum das alles verschwunden ist:
 
[[Datei:Zeitreise.png|center|500px]]
 
{{Box
|Typ=info
|Titel=Was war der Splitter?
|
Der Splitter (BBAE) teilte das Signal an der TAE-Dose: 0–4 kHz für analoges Telefon, 25 kHz–2,2 MHz für DSL-Daten. Ohne Splitter gab es Störgeräusche beim Telefonieren. Mit VoIP (Telefonie über Internet) wurde er überflüssig.
}}
 
{{Box
|Typ=info
|Titel=Komponenten im Detail – früher vs. heute
|Text=
}}
{|class="wikitable"
|-
!Komponente!!Funktion früher!!Heute
|-
|'''TAE-Dose'''
|Wandanschluss für Telefon + DSL
|}
 
= Das Heimnetzwerk verstehen =
 
== Überblick: Was steckt in deinem Heimnetz? ==
 
Ein typisches Heimnetzwerk besteht aus einem Router (oft vom Internet-Provider) und verschiedenen Endgeräten, die per Kabel (LAN) oder Funk (WLAN) verbunden sind. Was die meisten »Router« nennen, ist in Wahrheit ein Multifunktions-Gateway mit 8+ Funktionen in einem Gehäuse.
'''Router''' => Multifunktions-Gateway
 
[[Datei:Abbil.4.png|center|800px|rahmenlos]]
 
 
{{Box
|Typ=light
|Titel=Private IP-Bereiche: Warum 192.168?
|
Im Heimnetz werden private IP-Adressen verwendet (RFC 1918), die  nicht im Internet geroutet werden. Der Router übersetzt sie per NAT in seine eine öffentliche IP.
}}
 
{| class="wikitable"
|-
!Bereich (CIDR)!!Adressen!!Typische Verwendung
|-
|10.0.0.0/8
|~16,7 Mio.
|Große Unternehmen, Cloud (AWS, Azure)
|-
|172.16.0.0/12
|~1 Mio
|Mittlere Netze, Docker-Defaults
|-
|192.168.0.0/16
|~65.000
|Heimnetzwerke (Standard bei Routern)
|}
 
{{Box
|Typ=light
|Titel=Analogie: Adresse, Ausweis und Tor
|Text=<p>IP-Adresse=Adresse auf dem Briefumschlag (kann sich ändern, z.B.  per DHCP)
MAC-Adresse = Personalausweis der Netzwerkkarte (ab Werk fest  eingebrannt, bleibt gleich egal wo das Gerät ist)
Gateway = Das Tor zur Stadt (Internet) – ohne dieses Tor bleibt jedes Paket im lokalen Netz
Die Oktette der IP: 192.168.2 = »Straße«, .10 = »Hausnummer«. Bei /24 stehen Hausnummern 1–254 zur Verfügung.
}}
 
{{Box
|Typ=warning
|Titel=Achtung: MAC-Spoofing
|Text=<p>Die Analogie »Personalausweis« hinkt an einer Stelle: MAC-Adressen  lassen sich per Software fälschen (MAC-Spoofing). Deshalb ist eine  MAC-basierte Zugriffskontrolle (MAC-Filter im Router) kein echtes  Sicherheitsfeature – ein Angreifer kann eine erlaubte MAC-Adresse  einfach kopieren. Mehr dazu im Modul IT-Sicherheit.
}}
 
== Client-Server-Modell ==
 
Wie kommunizieren Geräte im Netzwerk? Das Client-Server-Prinzip ist das zentrale Modell - ein Client stellt Anfragen, der Server liefert Antworten.
 
[[Datei:Client.png|center|500px]]
 
Themen: Dienste und Ports, Anfrage-Antwort-Prinzip, Beispiele aus dem Alltag (Web, E-Mail, Dateifreigabe).
 
== DHCP & DNS ==
Zwei Dienste, ohne die im Netzwerk fast nichts funktioniert: DHCP vergibt automatisch IP-Adressen, DNS löst Domainnamen in IP-Adressen auf.
 
[[Datei:DHCP.png|center|500px]]
 
Themen: DORA-Prozess, DNS-Hierarchie, Zusammenspiel beider Dienste, Fehlersuche.
 
== TCP, UDP & Ports ==
 
Die Transportschicht regelt, wie Daten zwischen Anwendungen übertragen werden. Zwei Protokolle - zwei Philosophien:
 
<div class="box-row">
 
<div class="box-col">
{{Box
|Typ=info
|Titel=TCP – zuverlässig
|
* Verbindungsorientiert (3-Way-Handshake)
* Reihenfolge garantiert
* Fehlererkennung + Neuübertragung
 
'''Typische Ports:'''
80 HTTP, 443 HTTPS, 22 SSH, 25 SMTP, 3306 MySQL
}}
</div>
 
<div class="box-col">
{{Box
|Typ=success
|Titel=UDP – schnell
|
* Verbindungslos (Fire-and-Forget)
* Keine Reihenfolge-Garantie
* Kein Overhead, geringe Latenz
 
'''Typische Ports:'''
53 DNS, 67/68 DHCP, 123 NTP, 443 QUIC
}}
</div>
 
</div>
 
 
Themen: Well-Known Ports, Verbindungsaufbau (Handshake), Anwendungsfälle, Port-Bereiche.
 
== IPv4 & Subnetting ==
Unser größter Schwerpunkt. IP-Adressen sind die Grundlage jeder Netzwerkkommunikation. Subnetting - die Aufteilung von Netzwerken - ist eines der wichtigsten IHK-Prüfungsthemen.
 
[[Datei:IPv4 & Subnetting.png|center|500px]]
 
Themen: IP-Klassen, Subnetzmasken, CIDR-Notation, Netz-/Broadcast-Berechnung, VLSM, Netzplanung. Mehrere Unterrichtseinheiten - wir ueben das intensiv!
 
== ARP, Mac-Adressen, ASCII, OSI-Modell ==
 
Unser zweiter Schwerpunkt. Das OSI-Modell ordnet alle Netzwerk-Themen in ein Schichtensystem ein - das Fundament, mit dem alles zusammenhängt.
 
[[Datei:ARP.png|center|500px]]
 
Themen: 7 OSI-Schichten, Datenkapselung (PDUs), ARP-Prozess, MAC- vs. IP-Adressierung, Zusammenspiel der Schichten.
 
== IPv6 ==
 
Der Adressraum von IPv4 ist erschöpft. IPv6 ist der Nachfolger mit 128-Bit-Adressen - ein ganz anderes Format:
 
{{Box
|Typ=info
|Titel=IPv6-Adresse (128 Bit = 8 Bloecke mit je 16 Bit)
|
'''2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334'''
 
Verkuerzt: 2001:db8:85a3::8a2e:370:7334
Hexadezimal-Notation mit Doppelpunkten statt Dezimal mit Punkten
}}
 
Themen: Warum IPv6 nötig ist, Adressformat, Kurzschreibweisen, Link-Local vs. Global, Unterschiede zu IPv4.
 
== Routing ==
 
Routing beschreibt, wie Datenpakete ihren Weg durch mehrere Netzwerke finden - vom Absender zum Empfänger, Hop für Hop.
 
[[Datei:Routing.png|center|500px]]
 
Themen: Statisches vs. dynamisches Routing, Routing-Tabellen, Default Gateway, Traceroute.
 
== Backup & Datensicherung ==
 
Zum Abschluss des Moduls: Wie sichert man Daten systematisch? Verschiedene Backup-Strategien und RAID-Level im Überblick.
 
[[Datei:Backup.png|center|500px]]
 
Themen: Backup-Strategien, Großvater-Vater-Sohn-Prinzip, RAID-Level, RTO/RPO, Sicherungskonzepte erstellen.
 
== IHK-Prüfung: Netzwerk-Themen ==
 
Netzwerktechnik ist fester Bestandteil der IHK-Abschlussprüfung - für FIAE und FISI. Der Schwerpunkt liegt auf:
 
{|class="wikitable"
!Prüfungsteil
!Typische Themen
!Gewichtung
|-
|AP1
|Subnetting, OSI, Protokolle, IP-Adressen
|Hoch
|-
|AP2
|Netzwerkplanung, Sicherheit, Backup/RAID
|Mittel
|-
|}
 
{{Box
|Typ=warning
|Titel=Schwerpunkte in diesem Modul
|
Subnetting und das OSI-Modell bekommen den meisten Raum - das sind die Themen, an denen in Prüfungen die meisten Punkte verloren gehen. Wir üben das, bis es sitzt.
}}

Aktuelle Version vom 11. April 2026, 19:41 Uhr

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Weiterführende Infos ℹ️

ℹ️ BiBox-Link: IT-Berufe

Jürgen Gratzke (Hrsg.) (2024), Westermann IT-Berufe: BiBox - Das digitale Unterrichtssystem Grundstufe Lernfelder 1-5, 2. Aufl., Köln. Seite 280 - 399

Bildquelle: Seite 294

Netzwerktechnik: Einführung

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