IT.III Clients in Netzwerke einbinden: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „<span class="mw-ui-button mw-ui-progressive">⬅️ Kernqualifikation</span> center|500pxx500px Weiterführende Infos ℹ️ ℹ️ BiBox-Link: [https://bildungundberuf.sharepoint.com/sites/team1932000121/_layouts/Doc.aspx?sourcedoc={8CCD529A-7827-402E-9AAA-96C4F65803EF}&wd=target%2803_Kursmaterial%2F01_Kernqualifikation%2FIT.III%20Clients%20in%20Netzwerke%20einbinden.one%7C169BE8C1-047F-47D4-B9DC IT-Beruf…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 45: | Zeile 45: | ||
|Wandanschluss für Telefon + DSL | |Wandanschluss für Telefon + DSL | ||
|} | |} | ||
= Das Heimnetzwerk verstehen = | |||
== Überblick: Was steckt in deinem Heimnetz? == | |||
Ein typisches Heimnetzwerk besteht aus einem Router (oft vom Internet-Provider) und verschiedenen Endgeräten, die per Kabel (LAN) oder Funk (WLAN) verbunden sind. Was die meisten »Router« nennen, ist in Wahrheit ein Multifunktions-Gateway mit 8+ Funktionen in einem Gehäuse. | |||
'''Router''' => Multifunktions-Gateway | |||
[[Datei:Abbil.4.png|center|800px|rahmenlos]] | |||
{{Box | |||
|Typ=light | |||
|Titel=Private IP-Bereiche: Warum 192.168? | |||
| | |||
Im Heimnetz werden private IP-Adressen verwendet (RFC 1918), die nicht im Internet geroutet werden. Der Router übersetzt sie per NAT in seine eine öffentliche IP. | |||
}} | |||
{| class="wikitable" | |||
|- | |||
!Bereich (CIDR)!!Adressen!!Typische Verwendung | |||
|- | |||
|10.0.0.0/8 | |||
|~16,7 Mio. | |||
|Große Unternehmen, Cloud (AWS, Azure) | |||
|- | |||
|172.16.0.0/12 | |||
|~1 Mio | |||
|Mittlere Netze, Docker-Defaults | |||
|- | |||
|192.168.0.0/16 | |||
|~65.000 | |||
|Heimnetzwerke (Standard bei Routern) | |||
|} | |||
{{Box | |||
|Typ=light | |||
|Titel=Analogie: Adresse, Ausweis und Tor | |||
|Text=<p>IP-Adresse=Adresse auf dem Briefumschlag (kann sich ändern, z.B. per DHCP) | |||
MAC-Adresse = Personalausweis der Netzwerkkarte (ab Werk fest eingebrannt, bleibt gleich egal wo das Gerät ist) | |||
Gateway = Das Tor zur Stadt (Internet) – ohne dieses Tor bleibt jedes Paket im lokalen Netz | |||
Die Oktette der IP: 192.168.2 = »Straße«, .10 = »Hausnummer«. Bei /24 stehen Hausnummern 1–254 zur Verfügung. | |||
}} | |||
{{Box | |||
|Typ=warning | |||
|Titel=Achtung: MAC-Spoofing | |||
|Text=<p>Die Analogie »Personalausweis« hinkt an einer Stelle: MAC-Adressen lassen sich per Software fälschen (MAC-Spoofing). Deshalb ist eine MAC-basierte Zugriffskontrolle (MAC-Filter im Router) kein echtes Sicherheitsfeature – ein Angreifer kann eine erlaubte MAC-Adresse einfach kopieren. Mehr dazu im Modul IT-Sicherheit. | |||
}} | |||
== Client-Server-Modell == | |||
Wie kommunizieren Geräte im Netzwerk? Das Client-Server-Prinzip ist das zentrale Modell - ein Client stellt Anfragen, der Server liefert Antworten. | |||
[[Datei:Client.png|center|500px]] | |||
Themen: Dienste und Ports, Anfrage-Antwort-Prinzip, Beispiele aus dem Alltag (Web, E-Mail, Dateifreigabe). | |||
== DHCP & DNS == | |||
Zwei Dienste, ohne die im Netzwerk fast nichts funktioniert: DHCP vergibt automatisch IP-Adressen, DNS löst Domainnamen in IP-Adressen auf. | |||
[[Datei:DHCP.png|center|500px]] | |||
Themen: DORA-Prozess, DNS-Hierarchie, Zusammenspiel beider Dienste, Fehlersuche. | |||
== TCP, UDP & Ports == | |||
Die Transportschicht regelt, wie Daten zwischen Anwendungen übertragen werden. Zwei Protokolle - zwei Philosophien: | |||
<div class="box-row"> | |||
<div class="box-col"> | |||
{{Box | |||
|Typ=info | |||
|Titel=TCP – zuverlässig | |||
| | |||
* Verbindungsorientiert (3-Way-Handshake) | |||
* Reihenfolge garantiert | |||
* Fehlererkennung + Neuübertragung | |||
'''Typische Ports:''' | |||
80 HTTP, 443 HTTPS, 22 SSH, 25 SMTP, 3306 MySQL | |||
}} | |||
</div> | |||
<div class="box-col"> | |||
{{Box | |||
|Typ=success | |||
|Titel=UDP – schnell | |||
| | |||
* Verbindungslos (Fire-and-Forget) | |||
* Keine Reihenfolge-Garantie | |||
* Kein Overhead, geringe Latenz | |||
'''Typische Ports:''' | |||
53 DNS, 67/68 DHCP, 123 NTP, 443 QUIC | |||
}} | |||
</div> | |||
</div> | |||
Themen: Well-Known Ports, Verbindungsaufbau (Handshake), Anwendungsfälle, Port-Bereiche. | |||
== IPv4 & Subnetting == | |||
Unser größter Schwerpunkt. IP-Adressen sind die Grundlage jeder Netzwerkkommunikation. Subnetting - die Aufteilung von Netzwerken - ist eines der wichtigsten IHK-Prüfungsthemen. | |||
[[Datei:IPv4 & Subnetting.png|center|500px]] | |||
Themen: IP-Klassen, Subnetzmasken, CIDR-Notation, Netz-/Broadcast-Berechnung, VLSM, Netzplanung. Mehrere Unterrichtseinheiten - wir ueben das intensiv! | |||
== ARP, Mac-Adressen, ASCII, OSI-Modell == | |||
Unser zweiter Schwerpunkt. Das OSI-Modell ordnet alle Netzwerk-Themen in ein Schichtensystem ein - das Fundament, mit dem alles zusammenhängt. | |||
[[Datei:ARP.png|center|500px]] | |||
Themen: 7 OSI-Schichten, Datenkapselung (PDUs), ARP-Prozess, MAC- vs. IP-Adressierung, Zusammenspiel der Schichten. | |||
== IPv6 == | |||
Der Adressraum von IPv4 ist erschöpft. IPv6 ist der Nachfolger mit 128-Bit-Adressen - ein ganz anderes Format: | |||
{{Box | |||
|Typ=info | |||
|Titel=IPv6-Adresse (128 Bit = 8 Bloecke mit je 16 Bit) | |||
| | |||
'''2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334''' | |||
Verkuerzt: 2001:db8:85a3::8a2e:370:7334 | |||
Hexadezimal-Notation mit Doppelpunkten statt Dezimal mit Punkten | |||
}} | |||
Themen: Warum IPv6 nötig ist, Adressformat, Kurzschreibweisen, Link-Local vs. Global, Unterschiede zu IPv4. | |||
== Routing == | |||
Routing beschreibt, wie Datenpakete ihren Weg durch mehrere Netzwerke finden - vom Absender zum Empfänger, Hop für Hop. | |||
[[Datei:Routing.png|center|500px]] | |||
Themen: Statisches vs. dynamisches Routing, Routing-Tabellen, Default Gateway, Traceroute. | |||
== Backup & Datensicherung == | |||
Zum Abschluss des Moduls: Wie sichert man Daten systematisch? Verschiedene Backup-Strategien und RAID-Level im Überblick. | |||
[[Datei:Backup.png|center|500px]] | |||
Themen: Backup-Strategien, Großvater-Vater-Sohn-Prinzip, RAID-Level, RTO/RPO, Sicherungskonzepte erstellen. | |||
== IHK-Prüfung: Netzwerk-Themen == | |||
Netzwerktechnik ist fester Bestandteil der IHK-Abschlussprüfung - für FIAE und FISI. Der Schwerpunkt liegt auf: | |||
{|class="wikitable" | |||
!Prüfungsteil | |||
!Typische Themen | |||
!Gewichtung | |||
|- | |||
|AP1 | |||
|Subnetting, OSI, Protokolle, IP-Adressen | |||
|Hoch | |||
|- | |||
|AP2 | |||
|Netzwerkplanung, Sicherheit, Backup/RAID | |||
|Mittel | |||
|- | |||
|} | |||
{{Box | |||
|Typ=warning | |||
|Titel=Schwerpunkte in diesem Modul | |||
| | |||
Subnetting und das OSI-Modell bekommen den meisten Raum - das sind die Themen, an denen in Prüfungen die meisten Punkte verloren gehen. Wir üben das, bis es sitzt. | |||
}} | |||
Version vom 10. April 2026, 10:19 Uhr

Weiterführende Infos ℹ️
ℹ️ BiBox-Link: IT-Berufe
Jürgen Gratzke (Hrsg.) (2024), Westermann IT-Berufe: BiBox - Das digitale Unterrichtssystem Grundstufe Lernfelder 1-5, 2. Aufl., Köln. Seite 280 - 399
Bildquelle: Seite 294
Das Heimnetz & Netzwerk-Topologien
Wir starten dort, wo ihr bereits täglich mit Netzwerken in Berührung kommt: eurem Heimnetz. Von hier aus lernen wir die grundlegenden Bausteine und Strukturen kennen.

Themen: Netzwerkkomponenten (Router, Switch, AP), Verkabelung, Topologien (Stern, Bus, Ring, Mesh), WLAN-Grundlagen.
Zeitreise: Vom Splitter zum All-in-One-Gate
Was heute als »Router« in einer einzigen Box steckt, waren früher vier bis fünf separate Geräte. Ein kurzer Rückblick – und warum das alles verschwunden ist:

Der Splitter (BBAE) teilte das Signal an der TAE-Dose: 0–4 kHz für analoges Telefon, 25 kHz–2,2 MHz für DSL-Daten. Ohne Splitter gab es Störgeräusche beim Telefonieren. Mit VoIP (Telefonie über Internet) wurde er überflüssig.
| Komponente | Funktion früher | Heute |
|---|---|---|
| TAE-Dose | Wandanschluss für Telefon + DSL |
Das Heimnetzwerk verstehen
Überblick: Was steckt in deinem Heimnetz?
Ein typisches Heimnetzwerk besteht aus einem Router (oft vom Internet-Provider) und verschiedenen Endgeräten, die per Kabel (LAN) oder Funk (WLAN) verbunden sind. Was die meisten »Router« nennen, ist in Wahrheit ein Multifunktions-Gateway mit 8+ Funktionen in einem Gehäuse. Router => Multifunktions-Gateway
Im Heimnetz werden private IP-Adressen verwendet (RFC 1918), die nicht im Internet geroutet werden. Der Router übersetzt sie per NAT in seine eine öffentliche IP.
| Bereich (CIDR) | Adressen | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| 10.0.0.0/8 | ~16,7 Mio. | Große Unternehmen, Cloud (AWS, Azure) |
| 172.16.0.0/12 | ~1 Mio | Mittlere Netze, Docker-Defaults |
| 192.168.0.0/16 | ~65.000 | Heimnetzwerke (Standard bei Routern) |
IP-Adresse=Adresse auf dem Briefumschlag (kann sich ändern, z.B. per DHCP) MAC-Adresse = Personalausweis der Netzwerkkarte (ab Werk fest eingebrannt, bleibt gleich egal wo das Gerät ist) Gateway = Das Tor zur Stadt (Internet) – ohne dieses Tor bleibt jedes Paket im lokalen Netz Die Oktette der IP: 192.168.2 = »Straße«, .10 = »Hausnummer«. Bei /24 stehen Hausnummern 1–254 zur Verfügung.
Die Analogie »Personalausweis« hinkt an einer Stelle: MAC-Adressen lassen sich per Software fälschen (MAC-Spoofing). Deshalb ist eine MAC-basierte Zugriffskontrolle (MAC-Filter im Router) kein echtes Sicherheitsfeature – ein Angreifer kann eine erlaubte MAC-Adresse einfach kopieren. Mehr dazu im Modul IT-Sicherheit.
Client-Server-Modell
Wie kommunizieren Geräte im Netzwerk? Das Client-Server-Prinzip ist das zentrale Modell - ein Client stellt Anfragen, der Server liefert Antworten.

Themen: Dienste und Ports, Anfrage-Antwort-Prinzip, Beispiele aus dem Alltag (Web, E-Mail, Dateifreigabe).
DHCP & DNS
Zwei Dienste, ohne die im Netzwerk fast nichts funktioniert: DHCP vergibt automatisch IP-Adressen, DNS löst Domainnamen in IP-Adressen auf.

Themen: DORA-Prozess, DNS-Hierarchie, Zusammenspiel beider Dienste, Fehlersuche.
TCP, UDP & Ports
Die Transportschicht regelt, wie Daten zwischen Anwendungen übertragen werden. Zwei Protokolle - zwei Philosophien:
- Verbindungsorientiert (3-Way-Handshake)
- Reihenfolge garantiert
- Fehlererkennung + Neuübertragung
Typische Ports: 80 HTTP, 443 HTTPS, 22 SSH, 25 SMTP, 3306 MySQL
- Verbindungslos (Fire-and-Forget)
- Keine Reihenfolge-Garantie
- Kein Overhead, geringe Latenz
Typische Ports: 53 DNS, 67/68 DHCP, 123 NTP, 443 QUIC
Themen: Well-Known Ports, Verbindungsaufbau (Handshake), Anwendungsfälle, Port-Bereiche.
IPv4 & Subnetting
Unser größter Schwerpunkt. IP-Adressen sind die Grundlage jeder Netzwerkkommunikation. Subnetting - die Aufteilung von Netzwerken - ist eines der wichtigsten IHK-Prüfungsthemen.
Themen: IP-Klassen, Subnetzmasken, CIDR-Notation, Netz-/Broadcast-Berechnung, VLSM, Netzplanung. Mehrere Unterrichtseinheiten - wir ueben das intensiv!
ARP, Mac-Adressen, ASCII, OSI-Modell
Unser zweiter Schwerpunkt. Das OSI-Modell ordnet alle Netzwerk-Themen in ein Schichtensystem ein - das Fundament, mit dem alles zusammenhängt.
Themen: 7 OSI-Schichten, Datenkapselung (PDUs), ARP-Prozess, MAC- vs. IP-Adressierung, Zusammenspiel der Schichten.
IPv6
Der Adressraum von IPv4 ist erschöpft. IPv6 ist der Nachfolger mit 128-Bit-Adressen - ein ganz anderes Format:
2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334
Verkuerzt: 2001:db8:85a3::8a2e:370:7334 Hexadezimal-Notation mit Doppelpunkten statt Dezimal mit Punkten
Themen: Warum IPv6 nötig ist, Adressformat, Kurzschreibweisen, Link-Local vs. Global, Unterschiede zu IPv4.
Routing
Routing beschreibt, wie Datenpakete ihren Weg durch mehrere Netzwerke finden - vom Absender zum Empfänger, Hop für Hop.
Themen: Statisches vs. dynamisches Routing, Routing-Tabellen, Default Gateway, Traceroute.
Backup & Datensicherung
Zum Abschluss des Moduls: Wie sichert man Daten systematisch? Verschiedene Backup-Strategien und RAID-Level im Überblick.

Themen: Backup-Strategien, Großvater-Vater-Sohn-Prinzip, RAID-Level, RTO/RPO, Sicherungskonzepte erstellen.
IHK-Prüfung: Netzwerk-Themen
Netzwerktechnik ist fester Bestandteil der IHK-Abschlussprüfung - für FIAE und FISI. Der Schwerpunkt liegt auf:
| Prüfungsteil | Typische Themen | Gewichtung |
|---|---|---|
| AP1 | Subnetting, OSI, Protokolle, IP-Adressen | Hoch |
| AP2 | Netzwerkplanung, Sicherheit, Backup/RAID | Mittel |
Subnetting und das OSI-Modell bekommen den meisten Raum - das sind die Themen, an denen in Prüfungen die meisten Punkte verloren gehen. Wir üben das, bis es sitzt.
